Alzheimer – was tun?
Vor mehr als 100 Jahren untersuchte Alois Alzheimer Frau Auguste D., eine Patientin mit Gedächtnisstörungen und prägte damit das nach ihm benannte Krankheitsbild. Heute gibt es in Deutschland rund 1,4 Millionen Alzheimerpatienten – Tendenz steigend. Dr. Wolfgang Knauf, Chefarzt des Zentrums für Geriatrische Medizin an der Asklepios Paulinen Klinik in Wiesbaden über Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.
Obwohl man die Ursachen von Alzheimer heute sehr viel genauer kennt, ist eine Heilung medikamentös noch immer nicht möglich. Was jedoch besser ist als vor 100 Jahren, ist eine ausgefeilte Diagnostik von Gedächtnisstörungen. Diese wird in Deutschland in Gedächtnisambulanzen oder Memory-Clinicen durchgeführt. In der Asklepios Paulinen Klinik besteht seit 2000 eine solche Memory-Clinic. Patienten werden hier an drei Tagen sowohl ärztlich (internistisch-geriatrisch, neurologisch) als auch neuropsychologisch und radiologisch untersucht. Vervollständigt wird die Diagnostik durch die Erhebung bestimmter Blutwerte. Bei der Diagnosestellung gilt: Je früher desto besser. Denn vor allem im Anfangsstadium gibt es die besten Hilfsmöglichkeiten für Betroffene.
Umfassende Untersuchungen Donkey Xote trailer
Eine umfassende körperliche Untersuchung und Befragung des Patienten und dessen Angehörigen ist äußerst wichtig. Gerade Angehörigen fallen im Anfangsstadium der Erkrankung Veränderungen auf, die vom Patienten selbst nicht bemerkt werden und die dem Arzt wertvolle Hilfestellung geben. Neuropsychologische Testverfahren werden durchgeführt, um die verschiedenen Kategorien der menschlichen Hirnleistung zu testen. Neben Fragen zur zeitlichen und örtlichen Orientierung geht es um die Lösung einfacher Rechenaufgaben, das Abzeichnen abstrakter Figuren, das kurzfristige Erlernen und Wiedergeben von Wortlisten. Fragen zur emotionalen Befindlichkeit versuchen, depressive Stimmungen zu erfassen. Die Erhebung bestimmter Laborparameter (Schilddrüsenwerte, bestimmte Vitamin-Bestimmungen) sind im Hinblick auf sekundäre Demenzformen wichtig, wie einer Unterfunktion der Schilddrüse. Des Weiteren wird eine Bildgebung des Gehirns gefordert, beispielsweise durch Computertomographie oder Kernspintomographie.
Gespräche und konkrete Hilfen Herbie Rides Again ipod
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Wie bei einem Puzzle fügen sich die verschiedenen Befunde zu einem Gesamtbild zusammen, die in etwa 90 Prozent eine sichere Aussage über die Form der Gedächtnisstörung ermöglichen. Diese wird dem Patienten in einem Abschlussgespräch mitgeteilt und, wenn gewünscht, auch seinen Angehörigen. Im Abschlussgespräch bespricht man Fragen zu einem möglichen Krankheitsverlauf – es geht aber auch um konkrete Hilfen: Das Führen von Patiententagebüchern, die Vermittlung von Kontaktadressen sowie die Vermittlung von rechtlichen Hilfen z.B. hinsichtlich Patientenverfügung, Betreuungsverfügung oder finanziellen Hilfen im Rahmen des Pflegeversicherungsergänzungsgesetzes.
Nach sechs Monaten werden Patienten mit auffälligen Befunden zu einer Folgeuntersuchung eingeladen, um den Verlauf ärztlich zu überprüfen.
Memory Clinic Gespräche
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In jedem Quartal veranstaltet die Medzinische Klinik II des Zentrums für Internistische und Geriatrische Medizin Fachvorträge zu dem Themenkomplex der Demenz. Die Veranstaltungen sind kostenfrei
und finden jeweils am Mittwochabend um 19.00 Uhr im Paulinenbistro der Asklepios Paulinen Klinik statt.
Rückfragen zu den nächsten Terminen sind möglich über das Abteilungssekretariat Tel. ( 0611) 8472802.11) 8 47 28 02
Der Autor:
Dr. Wolfgang Knauf ist Chefarzt
des Zentrums für Geriatrische Medizin
an der Asklepios Paulinen Klinik in Wiesbaden.
