Zurück zu den Wurzeln

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Die letzte Ruhe an den Wurzeln eines Baumes zu finden, ist für viele ein tröstlicher Gedanke. Auf ausgewiesenen Waldstücken ermöglicht die Friedwald GmbH seit dem Jahr 2000 Baumbestattungen. Zurzeit wird ein Antrag auf Einrichtung eines Friedwaldes in Ingelheim geprüft.

Sonnenstrahlen bahnen sich ihren Weg durch die Baumkronen, Vögel zwitschern, die Luft ist würzig und rein, Moos, Pilze und Blätter säumen den Waldboden. Ein Spaziergang durch den Ingelheimer Stadtwald ist Erholung pur. Vielleicht kann man in einem Teil des Waldes bald auch kleine Tafeln an den Bäumen entdecken. Zeugnisse letzter Ruhestätten von Menschen, die sich zu Füßen eines Baumes haben bestatten lassen. Denn zurzeit wird vom Ingelheimer Stadtrat geprüft, ob und unter welchen rechtlichen Voraussetzungen die Einrichtung eines Friedwaldes im Stadtwald oder der Gemarkung Ingelheims möglich ist. Die Stadt reagiert damit auf den Wunsch vieler Bürger nach einer alternativen Bestattungsform.

Bestattungskultur im Wandel
Laut Infratest-Umfrage wünschen sich nur noch 51 Prozent der Deutschen eine Beisetzung in einem klassischen Erd- oder Urnengrab. 1998 waren es noch 87 Prozent. 16,1 Prozent aller Bundesbürger können sich eine moderne Bestattungsform vorstellen – hierbei liegt die Baumbestattung weit vorne. In den 21 Friedwäldern, die seit dem Jahr 2000 entstanden und in ganz Deutschland verteilt sind, besteht bereits jetzt die Möglichkeit einer Baumbestattung. Alle Wälder sind natürlich gewachsene Eichenwälder oder lichte Mischwälder, die von den Forstverwaltungen ausgewählt und gepflegt werden.
Wer eine Bestattung in einem Friedwald wählt, entscheidet sich zugleich für eine Einäscherung. Denn in Friedwäldern finden ausschließlich Urnenbeisetzungen statt. Die Urnen aus Maisstärke sind biologisch abbaubar. So geht die Asche des Verstorbenen in wenigen Wochen in das Erdreich rund um den Baum über – genau dorthin, wo sich der Waldbewohner seine Lebensgrundlage aus dem Boden nimmt. Nur eine kleine, angenagelte und individuell beschriftbare Tafel erinnert an den Verstorbenen. Die Beisetzungen können ganz persönlich gestaltet werden, eine religiöse Zeremonie ist genauso möglich wie eine weltliche – die Schönheit des Waldes bietet in jedem Fall einen würdigen Rahmen. Auch Grabschmuck und Grabpflege übernimmt in den Friedwäldern die Natur. So soll zum einen garantiert werden, dass das Ökosystem Wald nicht gestört wird, zum anderen ist es eine für Friedwald aber auch für Angehörige praktische Regelung: Familien leben heute oft örtlich weit voneinander entfernt, was eine regelmäßige Grabpflege erschwert. Über alternative Möglichkeiten, seiner Trauer Ausdruck zu verleihen, informiert die Friedwald GmbH

Kleine Tafeln als Grabstein Life of Brian hd Live Free or Die Hard release

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Die Tafel, die an den Bäumen angebracht wird, enthält auch einen Baumcode, denn alle Bäume der Friedwälder sind mit GPS-Koordinaten vermessen und in ein Baumregister eingetragen, das bei der Friedwald GmbH selbst und bei der zuständigen Gemeinde hinterlegt ist, so dass Verwandte und Freunde den betreffenden Baum jederzeit identifizieren und finden können. Sollte dem Baum durch Unwetter oder andere Einflüsse etwas zustoßen, wird an der betreffenden Stelle ein neuer Baum gepflanzt. Das Gebiet des Friedwaldes und alle seine Bäume sind für 99 Jahre geschützt. Auch wenn die Friedwald GmbH einmal nicht mehr existieren sollte, kann den Bäumen nichts passieren, denn der Träger der ausgewiesenen und genehmigten Friedwälder ist meist die Kommune, während die Friedwald GmbH die terminliche und verwaltungstechnische Betreuung der Wälder übernimmt und im Trauerfall die Angehörigen bei der Organisation der Beisetzung unterstützt.

Freundschafts- und Sternschnuppenbäume Perfect Opposites trailer
Den Baum, unter dem man beerdigt werden möchte, kann man sich schon zu Lebzeiten aussuchen und dessen Entwicklung und Wachstum mitverfolgen. Man hat die Wahl zwischen einem Familienbaum, der einer Einzelperson, aber auch einer ganzen Familie mit bis zu zehn Personen als Ruhestätte dient, einem Freundschaftsbaum für ebenfalls bis zu zehn Personen und einem Gemeinschaftsbaum für zehn Personen, wobei man hier lediglich einen Einzelplatz erwirbt. Die Preise für Familien- und Freundschaftsbäume beginnen bei 3.350 Euro. Der Platz an einem Gemeinschaftsbaum kostet 770 Euro. Die Kosten für eine Erdbestattung liegen durchschnittlich bei 4.000 bis 6.000 Euro.
Seit 2005 gibt es den Sternschnuppenbaum, der für Menschen in einer extremen Situation geschaffen wurde. Es sind Bäume, an denen nur Tot- und Frühgeburten und Kinder bis zum dritten Lebensjahr beigesetzt werden. Den jeweiligen Sternschnuppenbaum hat der Förster ausgewählt, der Bestattungsplatz ist kostenlos. Eltern, die für ihr Kind hier die letzte Ruhestätte und einen Ort der Trauer wünschen, zahlen lediglich die Beisetzungsgebühr.
Mittlerweile ist es dunkel geworden im Ingelheimer Stadtwald. Ruhe ist eingekehrt. Nur der Wind erzählt leise Geschichten. Es ist eine tröstliche Vorstellung, hier, unter einem Baum und vereint mit der Natur, beigesetzt zu werden.

Friedwald Weilrod:

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Den von Mainz und Wiesbaden nächstgelegenen Friedwald finden Sie in Weilrod im Taunus, er liegt zwischen Idstein und Usingen. Hier kann man an einer kostenlosen, circa zweistündigen Führung durch den Wald teilnehmen.

Termine:
10.11.07, 24.11.07, 8.12.07, jeweils um 14.00 Uhr.
Treffpunkt ist der Friedwald-Parkplatz. Anmeldung und weitere Infos unter der Tel.: (06155) 848-200 oder unter www.friedwald.de